Der Domainmarkt hat sich im Jahr 2025 in mehreren zentralen Bereichen neu ausgerichtet. Nach Jahren mit starken Schwankungen – bedingt etwa durch pandemiebedingte Überregistrierungen und anschließende Bereinigungen – stabilisiert sich der Markt zunehmend. Für Reseller, Agenturen und Hosting-Provider ist das ein idealer Moment, um Bilanz zu ziehen und Schlüsse für 2026 zu ziehen.
Globale Domainzahlen 2025: Wachstum hält an
Nach den Daten aus dem Domain Name Industry Brief (DNIB) von Verisign erreichte der globale Domain-Registrierungsbestand in den ersten drei Quartalen 2025 ein stetiges Wachstum:
- Ende Q1 2025: 368,4 Millionen registrierte Domains weltweit – das waren 4,2 Mio. mehr als zum Jahresende 2024 und 6,1 Mio. mehr als im Vorjahr.
- Ende Q2 2025: 371,7 Millionen Domains, ein weiterer Zuwachs.
- Ende Q3 2025: 378,5 Millionen Domains, ein Jahr-über-Jahr-Wachstum um 16,2 Mio. Domains.
Diese Zahlen zeigen: Die Nachfrage nach Domainnamen ist nicht rückläufig, sondern wächst stabil weiter – ein gutes Umfeld für Reseller und Agenturen, die auf stetige Nachfrage setzen wollen.
.com und .net: weiter führend, aber differenzierte Entwicklung
Die klassische Domainendung .com bleibt nach wie vor der dominierende Namensraum im Internet. Auch wenn es je nach Quartalsbericht leichte Schwankungen gibt, zeigt der Trend über 2025 hinweg eine Fortsetzung der relativen Stärke von .com.
Gemäß DNIB-Quartalsberichten kamen .com und .net zusammen auf:
- rund 169,8 Mio. Domains Ende Q1 2025.
- rund 170,5 Mio. Domains Ende Q2 2025.
- rund 171,9 Mio. Domains Ende Q3 2025.
Diese Entwicklung zeigt, dass klassische generische Top Level Domains weiterhin den größten Anteil am Domainmarkt halten, auch wenn sie insgesamt nicht mehr so stark wachsen wie neue Endungen.
Warum .com so stark bleibt
Im Domainuniversum spielt .com aus mehreren Gründen eine überragende Rolle:
- Sie ist das vertrauenswürdigste TLD für Unternehmen, Marken und internationale Projekte.
- Sie erzielt hohe Verlängerungsraten, was stabile wiederkehrende Einnahmen bedeutet.
- Sie dominiert viele globale Rankings und Nutzererwartungen.
Obwohl genaue Jahresendzahlen einzelner TLDs wie .com von Verisign nicht in offenen Quartalsberichten stehen, zeigen Dritt-Quellen, dass .com-Registrierungen sich Ende 2025 wieder der Marke 161 Mio. annähern – was auch im Branchenkontext verbreitet berichtet wird.
New gTLDs und nTLDs: Hohe Wachstumsraten – aber Vorsicht bei Nachhaltigkeit
Ein deutliches Wachstum verzeichnen die neuen generischen Top Level Domains (ngTLDs), die seit der Einführung im Rahmen des ICANN-Programms verfügbar sind. Laut Domain Standard und DNIB-Daten wuchs dieser Bereich nicht nur relativ, sondern absolut:
- ngTLD-Registrierungen erreichten allein im ersten Quartal 2025 37,8 Mio. Domains, mit starkem Jahr-über-Jahr-Zuwachs.
- Auch zum Ende des dritten Quartals sind ngTLDs ein wachsender Teil der Gesamtbasis.
Einige neue Endungen wie .xyz, .top, .shop oder .info gehören zu den wachstumsstärksten. Diese Endungen profitieren häufig von sehr günstigen Registrierungsgebühren und Promotions. Das kann kurzfristig beeindruckende Volumina erzeugen, aber bedeutet nicht automatisch nachhaltige Wertschöpfung, solange Verlängerungsraten und tatsächliche Nutzung gering sind.
Zudem zeigen Branchenreports, dass neue gTLDs oft überproportional häufig für betrügerische Aktivitäten verwendet werden, einfach weil sie billig und leicht verfügbar sind. Das ist ein Risiko, das Reseller kennen sollten; vor allem, wenn sie diese Domains ohne Bad-Abuse-Kontrollen im Portfolio haben.
Klassische ccTLDs: Stabilität statt spektakulärer Zuwächse
Länderdomains (ccTLDs) stehen für geographische Nähe, Vertrauen und hohe Verlängerungsquoten. Für europäische Reseller sind vor allem folgende ccTLDs relevant:
- .de (Deutschland): stabile Nachfrage, hoher Vertrauensvorsprung gegenüber vielen Web-Projekten.
- .eu (Europäische Union): konsistentes, aber moderates Wachstum.
- .at (Österreich): ebenfalls leicht positiv.
Konkrete Zahlen für diese Endungen zum Jahresende 2025 liegen meist nicht in offiziellen Verisign-Quartalsberichten, aber Branchen-Zusammenfassungen bestätigen, dass diese Endungen leicht zulegen, aber keine starken Sprünge zeigen oder zu erwarten sind.
Das ist für Dich als Reseller aber keine schlechte Nachricht: ccTLDs bieten oft höhere Erneuerungsraten und geringere Missbrauchsrisiken, was langfristig profitabler sein kann als kurzfristige Promotions bei neuen gTLDs.
TLD-Ranking: Was zählt wirklich?
Auch wenn unterschiedliche Quellen unterschiedliche Detailzahlen liefern, zeigt das Ranking der größten TLDs nach Domainbestand übereinstimmend, was stabil ist:
- .com
- Länder-TLDs wie .cn, .de
- .net, .org
- ngTLDs wie .xyz, .shop
Wichtig für Dich: Die reine Registrierungszahl ist nicht alles. Für Deinen Erfolg entscheidend sind neben Stückzahlen vor allem Verlängerungsraten, Nutzung (aktive Websites, E-Mail-Projekte), und Abuse-Raten.
Was bedeutet das praktisch für Reseller, Agenturen und Hosting-Partner?
Aus den Daten und Trends ergeben sich klare Handlungsfelder:
1. .com bleibt zentral
Auch wenn andere TLDs schneller wachsen, bleibt .com das wichtigste Fundament für seriöse Websites und damit ein zentraler Umsatztreiber.
2. New gTLDs können Volumen liefern – aber nicht automatisch Profit
Neue Endungen können schnelle Registrierungszahlen bringen, sind aber oft mit höheren Abuse-Raten und niedrigeren Verlängerungsquoten verbunden.
3. ccTLDs sind langfristige Werte
Für lokale Kunden, vertrauenswürdige Markenpräsenz und regionale Projekte sind ccTLDs wie .de, .eu oder .at ein stabiler Umsatzbaustein.
4. Abuse-Risiken im Blick behalten
Domain-Missbrauch bleibt ein Thema. Einige Analysen zeigen, dass günstige Endungen besonders bei Spam, Phishing oder Malware-Domains genutzt werden. Das kann Deine eigenen Abuse-Raten und Support-Kosten beeinflussen.
Fazit
2025 war ein Jahr mit stabilem Wachstum und klarer Marktsegmentierung. Für Dich als Reseller oder Agentur bedeutet das:
- .com bleibt ein Muss im Portfolio.
- Neue gTLDs können opportunistische Nachfrage bedienen, sollten aber strategisch eingesetzt werden.
- Regionale Domains sind stabil und vertrauenswürdig.
- Qualität, Renewal-Raten und Abuse-Management sind entscheidender als reine Registrierungszahlen.
Wer Domains gezielt auswählt und den Überblick behält, profitiert am meisten. Tools wie ResellerInterface erleichtern genau diese Arbeit – vom Portfolio-Management über Promotions bis hin zu Renewal-Analysen.
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